Verehrte Anwesenden, liebe Freunde.

Wir haben uns heute hier getroffen, um uns an Irmgard Steer zu erinnern und uns zu verabschieden.

Dies ist ein ungewöhnlicher Ort dafür, aber es handelt sich auch um eine ungewöhnliche Frau.

Normalerweise tagt hier im Waldcaffee die Ortsgruppe Bonn. In dieser OG hat Irmgard sich engagiert und im Vorstand für das Clubleben Verantwortung übernommen. Als Kassiererin arbeitete sie korrekt und vertrauenswürdig und auch sonst setzte Sie sich ein, wie z.B. für die CAC Shows der OG Bonn.

Irmgard verließ Ihre Heimat Österreich der Liebe wegen. Ihr Freund kam aus Nymbrecht und dorthin folgte Sie ihm. Sie baute mit ihm einen Dachdeckerbetrieb auf und hielt auch hier die Fäden der betriebswirtschaftlichen Abwicklung in Ihrer Hand.

Dem Hobby dieses Freundes verdanken wir Irmgards Interesse an den Hundeausstellungen und die Zuwendung zu den Irish Soft Coated Wheaten Terriern.

Weil Ihr Freund die Wochenenden auf dem Segelflugplatz verbrachte, suchte Sie Ihr eigenes Hobby.
Schon damals hatte sie einen Rüden namens Ricco. Jedoch erregten die Wheaten ihre Aufmerksamkeit und so kam aus den Niederlanden Benny in Ihr Leben. Benny war ein sehr schöner Rüde und so kam beim Hundetrimmen die Idee - er könnte auch ausgestellt werden.

Auf den Ausstellungen wurden Sie mit Benny nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Dies machte Sie aber nicht mutlos. Sie traf sich mit einigen Ausstellern der OG Bonn zum Ringtraining und fand so eine zweite Heimat bei den Kerryzüchtern und kam ja dann auch zur OG Bonn.

Da Sie nicht sofort Hilfe und Unterstützung bei den Wheaten-Züchtern fand, zeigte Irmgard sich als wahrer Terrier.

Sie vertiefte sich in detailliertes Wissen über viele Stammbäume, Wheatenzwinger und rassetypische Wheatenprobleme. Gleichzeitig zeigt Sie mit viel Freude Ihren Benny auf Ausstellungen.Quasi im Alleingang eignete Sie sich so ein ungeheures Wissen über die Wheatenzucht an. Ein Wissen,das Sie gerne mit Gleichgesinnten diskutierte und teilte. Man musste nur bereit sein auch das eigene Wissen einzubringen. Aus unserem Haus gab es viele Telefonate wo man Sie fragen konnte oder aber auch mit Ihr verschiedene Ideen durchdiskutieren konnte.

Gleichzeitig gewann Sie immer mehr Sicherheit beim Handling von Benny auf Ausstellungen.

Als Rico älter wurde, nahm die Idee Gestalt an nach einem Rüden zu suchen, der Irmgard's Idealen entsprach. Hierzu knüpfte Sie Kontakte in alle Welt und nach vielen Ideen kam Jack aus den USA nach Nymbrecht.
Dieser wundervolle ausdrucksstarke Rüde entwickelte sich unter Irmgard's Handling zum absoluten Überflieger. Diese Beiden wurden durch das Training und beider Ausstrahlung zum Aufsehen erregenden Paar auf Shows.Die Beiden gewannen so viele Titel, dass sie nicht mehr auf die Stammbäume der Nachzuchten passten.

Wie Vieles was Irmgard machte, strebte Sie das Fehlerfreie und Beste an. Mit Jack gelang Ihr das für Außenstehende mühelos.
Wir Aussteller und Züchter wissen, wie viel dazu gehört.
Durch die Ausstellungen europaweit machte Irmgard sich einen Namen und Ihre Kontakte, die Sie auch immer pflegte, gingen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Auch hier zeigte sich Irmgard als Terrier.

Inzwischen glasklar in Ihren Vorstellungen und ohne Umschweife zielführend. Sie sagte unverhohlen Ihre Meinung.
Das war nicht immer angenehm, aber es bedeutete auch, dass Sie nicht taktisch oder gar hinterlistig zu sein brauchte.
Wenn man akzeptieren konnte, dass Sie vielleicht anderer Meinung war als man selbst, hatte man eine gute Ratgeberin.

Irmgard konnte auf der anderen Seite auch gut damit leben, wenn man Ihre Meinung nicht teilte. Auf diese Weise verschaffte Irmgard sich hohes Ansehen bei den Wheatenzüchtern.

Auch Ihre Homepage wurde ein Begriff bei Wheatenzüchtern und oft als Einstieg genutzt. Bei Suchenden – quasi Neulingen in dieser speziellen Szene – ist sie eine gute Orientierung auf die gesamte Wheatenszene in Europa.

Sybille hatte das große Glück mit Irmgard und Jack nach Bratislava zur Welthundeausstellung zu fahren und zu erleben wie die Beiden den Titel errangen. Sie war kaum an Ihrem Trimmtisch zurück,da kamen die Glückwünsche aus aller Welt auf Ihr Handy und das ging über Stunden. Dort hatten zwei ganz Große gesiegt.
Sie waren eben das Wheaten Dreamteam.
Mit Jack hat Irmgard die Wheatenzucht im In- und Ausland geprägt. Er hat 40 Titel gewonnen!

Die Nachfolge-Rüden sollten Cliff und Dean sein. Sie hielt Ihre Jungs nicht nur als Deckrüden. Sie hat sie auch geliebt - eben Ihre Jungs.

Benny ging nach Österreich zu Irmgard's Mutter und Cliff lebt in der Nachbarschaft bei Ursel. So waren es Jack und Dean,die Irmgard begleiteten.

Nach der Trennung von Ihrem Freund, musste Irmgard sich in ein völlig anderes Berufsleben hinein kämpfen, aber auch das passierte mit der Ihr eigenen Zielstrebigkeit.

Kurz nach dem Beginn Ihrer eigenen gesundheitlichen Probleme musste Sie Jack gehen lassen. Eigentlich war er fit, aber er lief so unharmonisch und in seinem Kopf war ein riesiger Tumor. So starb er mit 8 Jahren. Dies war ein Tiefschlag in Ihrem Leben. Er war Ihr treuer Begleiter gewesen. Er hat in so vielen Ländern gedeckt und Irmgard verfolgte mit Stolz die Nachzuchten und freute sich so, wenn Sie immer wieder Charakterzüge von Jack erkennen konnte.
Die Nachverfolgung machte Sie aber auch bei den Würfen der anderen Jungs. Wenn es möglich war, fuhr Sie auch gerne hin und sah sich den Wurf mit 7-8 Wochen an.

Wir selbst sind stolze Besitzer eines der letzten Jacksöhne und wir hatten noch Pläne mit ihm gemeinsam mit Irmgard.

Bei der Europasieger in Dortmund half Sie noch den Schweden,die eine Jacktochter haben und führte den Hund als es um's BOB ging.

Dies war die züchterische Seite von Irmgard, aber Sie gehörte zu den wenigen Ausstellern, die aus einigen Bekanntschaften auch Freundschaften entstehen lies und dies geschah rasseübergreifend. Da fand man eine Irmgard, die sich sorgte, die Probleme mit einem teilte und ein offenes Ohr hatte. Als wir unsere schwerste Zeit hatten, war es Irmgard , die nicht locker lies, die sich erkundigte, Hilfe anbot und nicht müde wurde zuzuhören.

Bei Ihrem eigenen gesundheitlichen Problem hatte Sie von Anfang an große Angst. Immer wieder schob Sie den Arzttermin auf. Bei unserem letzten Telefonat, in jener furchtbaren Woche, versuchte Sie locker zu wirken, aber wer Sie kannte, spürte Ihre Vorbehalte.

Noch bevor Sie in die Klinik musste, ging es um Dean. Wo kann er bleiben? Sie bekam einige Angebote, aber mit der üblichen Rücksichtnahme wählte Sie aus. Für den Einen wollte sie die weite Fahrt nicht, für die Andere nicht, sie hat ja selbst einen Rüden.

Als Sybille am Samstagmittag bei absoluter Hitze die Nachricht von Irmgards Hirntod erreichte, hat sie sich in eine dicke Decke gehüllt und ihr wurde sofort übel. So ähnlich ging es sicher vielen von Euch.
25 Stunden später wurden die Maschinen abgeschaltet.

Es gibt nichts was trösten kann. Zu sagen es war viel zu früh klingt so platt.

Es ist viel zu früh, es ist unverständlich.

Wir bleiben zurück mit der Verantwortung Ihr Andenken in Ehren zu halten!!!

Dazu gehört z.B., dass Dean das Zuhause gefunden hat - bei Wheatenleuten, wo er rassetypisch so leben kann, wie Irmgard es sich ganz sicher gewünscht hätte.

Es wird in Zukunft viele Momente geben in denen wir Sie vermissen werden.
Wir können Sie nicht mehr nach Ihrer Meinung fragen und nicht mehr Ihre Zukunftsträume miterleben. Sie hatte noch so viele Pläne.

Wir werden Ihr „Schatzi“ vermissen und das Lachen danach.

In ungefähr 3 Wochen fallen zwei Wheatenwürfe von Cliff und Sie wird sie sich nicht mehr anschauen können.
Viele Dinge passieren demnächst zum ersten Mal ohne Sie.

Wir wünschen uns so sehr, das Sie uns von oben zusieht!

Ich möchte Euch bitten aufzustehen, die denen es gesundheitlich möglich ist, für eine Schweigeminute in der jeder seinen eigenen Erinnerungen an Irmgard nachgehen kann.

Du gehst niemals so ganz, etwas von Dir bleibt immer hier

 

Danke Irmgard

 

 

(Gedenkrede verfasst von Herrn Johannes Blöser)

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